22. Juli 2026 · Stand: August 2026

GmbH gründen in Österreich: was seit 2024 gilt

Mit dem Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetz 2023 hat sich der Einstieg in die GmbH spürbar verändert. Für Gründungen ab 1. Jänner 2024 gelten neue Eckwerte, und auch bestehende Gesellschaften sollten einen Blick in ihren Gesellschaftsvertrag werfen.

Das Wesentliche in Zahlen

Das Mindeststammkapital beträgt 10.000 Euro, wovon mindestens die Hälfte bar einzuzahlen ist. Die früher übliche Konstruktion der gründungsprivilegierten GmbH ist damit entfallen – sie wurde durch die generelle Absenkung ersetzt. Für Gesellschaften, die noch eine Gründungsprivilegierung in ihrem Vertrag stehen haben, lohnt eine Prüfung: Die Privilegierung läuft aus, und die Formulierungen passen häufig nicht mehr zur geltenden Rechtslage.

Gesenkt wurde damit auch die Mindestkörperschaftsteuer, die an das Mindeststammkapital gekoppelt ist.

Neu: die FlexKapG

Zusätzlich gibt es seit 2024 die Flexible Kapitalgesellschaft (FlexKapG, kurz FlexCo). Sie richtet sich vor allem an Start-ups und erlaubt insbesondere Unternehmenswert-Anteile – eine Beteiligungsform, mit der Mitarbeitende am Unternehmenswert teilhaben, ohne volle Gesellschafterrechte zu erhalten. Für Gesellschaften mit geplanten Finanzierungsrunden oder Mitarbeiterbeteiligung ist das eine echte Alternative zur klassischen GmbH; für den typischen Handwerks- oder Handelsbetrieb bleibt die GmbH der einfachere Weg.

Was bei der Gründung wirklich Zeit kostet

Nicht das Kapital, sondern die Vorbereitung:

  • Firmenwortlaut. Er muss unterscheidungskräftig sein und darf nicht irreführen; die Wirtschaftskammer prüft im Vorfeld, das Firmenbuchgericht entscheidet.
  • Gesellschaftsvertrag. Bei mehreren Gesellschaftern lohnt jede Stunde, die in Aufgriffsrechte, Stimmbindungen und die Regelung des Ausstiegs fließt. Diese Klauseln kosten bei der Gründung wenig und im Konfliktfall sehr viel.
  • Geschäftsführerbestellung. Wer vertritt allein, wer gemeinsam? Und wer erfüllt gegebenenfalls die gewerberechtlichen Voraussetzungen?
  • Gewerbeberechtigung. Sie ist von der Gesellschaftsgründung getrennt zu denken – bei reglementierten Gewerben braucht es einen Befähigungsnachweis oder einen gewerberechtlichen Geschäftsführer.

Für bestehende Gesellschaften

Ein Blick lohnt vor allem dort, wo der Gesellschaftsvertrag noch aus der Zeit vor 2024 stammt und Bezug auf die Gründungsprivilegierung nimmt, wo Beteiligungen an Mitarbeitende geplant sind oder wo sich der Gesellschafterkreis verändert hat, ohne dass der Vertrag nachgezogen wurde.

Diese Information ist allgemein gehalten und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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